Wir über uns

Wer kennt sie nicht, die guten Wünsche und wohlgemeinten Ratschläge an Menschen, wenn sie sich gewollt oder auch ungewollt aus dem Berufsleben verabschieden. Genieße nun mal das Leben, die Ruhe, das Haus, die Wohnung, den Garten, kümmere dich um deine Enkel etc..Das nur „Zuhause sein“ ist manchem/er SeniorIn nach den ersten Monaten des Innehaltens und der Verinnerlichen der neuen Lebenssituation nicht ausreichend.
Es fehlen die sozialen Kontakte, der unmittelbare Draht zu gleich gesinnten Menschen. Berufserfahrungen sind im familiären Bereich oft auch nicht so sehr gefragt. Viele möchten deshalb in anderer Form wieder aktiv werden.
Dieser neue Lebensabschnitt soll und kann nicht dem bisherigen Berufsalltag gleichen, aber soll trotzdem ermöglichen, wieder soziale Kontakte entstehen zu lassen und zu pflegen. Dabei sollen Berufs- und Lebenserfahrungen so eingebracht werden, wie man es kann und möchte und es soll auch Spaß machen.

Aus diesem hier sehr verkürzt dargestellten Sachzusammenhang heraus wurden deshalb auf Bundesebene in den letzten Jahren verschiedene Modellprojekte entwickelt, die die stärkere Einbeziehung der Älteren in die weitere Entwicklung des Gemeinwesens und insbesondere die Nutzung ihres großen Berufs- und Lebenserfahrungsschatzes zum Inhalt haben.

In den letzten 3 Jahren wurde dieses Projekt von der Robert Bosch-Stiftung finanziert und durch das ISAB -Institut für sozialwissenschaftliche Analysen und Beratung Köln- wissenschaftlich begleitet.
So kam es auch, dass sich in Oberhavel in den vergangenen 2 Jahren mehr als 40 „55plus Menschen“ aus Oranienburg, Birkenwerder, Velten, Leegebruch, Hennigsdorf, Borgsdorf, Kremmen und Zehdenick in 3 unterschiedlichen Lehrgängen getroffen haben, um sich als seniorTrainerIn ausbilden zu lassen. Jeder der bis zum Schluss durchgehalten hat und das waren fast alle, erhielt ein Zertifikat als seniorTrainerIn.
So gebräuchlich ist dieser Begriff aber noch nicht und deshalb fragen viele, was sind eigentlich seniorTrainerInnen, was machen sie?

SeniorTrainerInnen trainieren keine Senioren.seniorTrainerInnen sind älter als 55 und bereit, ihren großen Schatz an Lebens- und Berufserfahrung und die in der Weiterbildung zum seniorTrainer erworbenen Kenntnisse für die Initiierung und Durchführung von ehrenamtlicher Arbeit in unterschiedlichsten Tätigkeitsbereichen zur Verfügung zu stellen.2. seniorTrainerInnen wollen nicht nur mitmachen, sie wollen sich im gewählten Bereich einbringen, selbst Freude an dieser Aufgabe haben, gesellschaftliche Prozesse in Teilbereichen mitgestalten und mit ihren Erfahrungen die zweifelsfrei auch vorhandenen produktiven und positiven Seiten des demografischen Wandels aufzeigen, ihnen Inhalt und Gestalt geben.
3. seniorTrainerInnen möchten sich aber auch in ihrem dritten Lebensalter selbst neu definieren und bestimmen, wie und wo sie ihre Kenntnisse und Erfahrungen im Gemeinwesen einbringen und gleichzeitig deutlich machen können, dass es ein neues Bild der älteren Menschen gibt.
4. seniorTrainerInnen wissen, dass zu ihrer Arbeit auch in ihrem Alter sinnvolles Verbinden alter und neuer Erfahrungen (generationsübergreifende Arbeit ist gefragt) und demzufolge auch immer wieder neues Lernen gehört.
5. seniorTrainerInnen suchen die Gemeinschaft, weil sie zur Umsetzung ihrer Gedanken und Ideen Träger, Mitstreiter, Förderer und Unterstützer in schwierigen Situationen brauchen. Dazu werden insbesondere die Strukturen in Kommunen, Vereinen, Verbänden und eben auch das Kompetenzteam genutzt.
6. seniorTrainerInnen brauchen für ihre Arbeit Unterstützung von Verwaltungen, Institutionen und Verbänden sowie der Wirtschaft, um die notwendigen Rahmenbedingungen für ihre Tätigkeit zu haben, sonst geht nichts.
7. seniorTrainerInnen möchten auch, wie jeder Anerkennung für ihre Arbeit finden.

Nach Abschluss der 3 durchgeführten Lehrgänge in Oberhavel waren sich viele der ausgebildeten seniorTrainerInnen einig, ihre Erfahrungen und ihr neu erworbenes Wissen in ihren Gemeinden und Städten in verschiedenen Tätigkeitsbereichen einzubringen und sich gleichzeitig auf örtlicher Ebene zu einem selbstorganisierten seniorKompetenzteam zusammen zu schließen.
Die seniorTrainerInnen in unserem Team kommen aus sehr unterschiedlichen Berufen, sind zwischen 55 und 75 Jahre alt und sie haben auch unterschiedliche Interessen in ihrer ehrenamtlichen Arbeit und damit auch unterschiedliche Projekte und Vorhaben.

In unserem seniorKompetenzteam OHV
- wird der Erfahrungsaustausch zur eigenen ehrenamtlichen Tätigkeit und den eigenen Projekten organisiert,
- wird über neue und laufende Projekte beraten, seniorTrainerInnen wirken damit als Unterstützer, gleichzeitig aber auch als Initiatoren
für neue Projekte
- wird daran gearbeitet, ein kompetenter Ansprechpartner besonders für Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Kommunen, Verbände u.a. zu werden, indem seniorTrainerInnen ihre Fähigkeiten und Kräfte bündeln und im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu einem
lebendigen Gemeinwesen für alle Generationen beitragen
- wird durch eine kontinuierliche und interessante Öffentlichkeit über das neue Leistungsprofil „seniorTrainerInnen“, über die
Angebote des seniorTrainerInnen und über Fragen und Probleme der Entwicklung des Gemeinwesens berichtet und diskutiert.